Erinnerungstafel für das Zwangsarbeitslager

Ursprünglich wollten wir einen Antrag an den Stadtbezirksrat stellen, um sicherzustellen, dass am ehemaligen Standort des Zwangsarbeitslagers im Körtingsdorf eine Erinnerungstafel aufgestellt werden  soll.

Leider hat sich herausgestellt, dass BürgerInnen nicht berechtigt sind solche Anträge zu stellen.

Die Kommunalverfassung sieht nur Einwohneranträge vor, die von 1400 Personen unterstützt werden. Deshalb haben wir die Möglichkeit des § 34 der Kommunalverfassung genutzt, um unser Anliegen an den Stadtbezirksrat heran zutragen.

 

Nachfolgend der Text:

An den

Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk

Ahlem Badenstedt Davenstedt

Herrn Rolf Schulz

über den Fachbereich 18

Steuerung, Personal und Zentrale Dienste

 


 

Anregung und Beschwerde gemäß § 34 Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz
https://www.voris.niedersachsen.de/jportal/?quelle=jlink&query=KomVerfG+ND+%C2%A7+34&psml=bsvorisprod.psml&max=true

 

Bisher hat es die Landeshauptstadt Hannover versäumt im Rahmen Ihrer Erinnerungskultur am ehemaligen Gelände des Zwangsarbeitslagers eine Informations- und Erinnerungstafel zu errichten.

Deshalb schlägt der Bürgerverein vor:

Rat und Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover werden aufgefordert, vor dem ehemaligen Gelände des Zwangsarbeitslager Bornumer Holz eine Informations- und Erinnerungstafel aufzustellen, damit die Geschehnisse um und in diesem Lager nicht in Vergessenheit geraten.

Begründung:

60.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter waren in Hannover im Einsatz. Sie waren größtenteils in über 500 Zwangsarbeitslagern untergebracht. Die größeren Lager befanden sich meist in unmittelbarer Nähe von Rüstungsbetrieben. Hier im Lager im Bornumer Holz waren zeitweise 3.250 Arbeiter in Baracken und Gebäuden untergebracht.

 

Die Rekrutierung der Zwangsarbeiter folgte dem Kriegsverlauf: Zunächst kamen polnische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene nach Deutschland; später wurden Zwangsarbeiter aus anderen Ländern eingesetzt.

 

Hannover lag mit dem Anteil der Zwangsarbeit weit über dem Reichsdurchschnitt. 40% der Arbeitskräfte im Bereich des Rüstungskommandos Hannover waren Ende 1944 Zwangsarbeiter; davon waren 60% Männer und 40% Frauen.

Die Lager wurden von verschiedenen Einrichtungen organisiert und verantwortet. Im November 1942 hatten Rüstungsbetriebe wie die Continental AG, Hanomag, das Eisenwerk Wülfel oder die Maschinenfabrik Niedersachsen die „Lagergemeinschaft e. V.“ und die Deutschen Arbeitsfront (DAF) gegründet. Sie organisierte den Betrieb etlicher Zwangsarbeitslager, wie das hier am Bornumer Holz.

 

Wie bei anderen Arbeitslagern in Hannover, sollte nun auch eine Informations- und Erinnerungstafel auf dem Grundstück des ehemaligen Lagers so aufgestellt werden, dass es von dem vorbeiführenden Weg erkannt und gelesen werden kann, um damit einen Teil zur Erinnerungskultur beizutragen.

 

Im Auftrag

Werner Schlienkamp

Bürgerverein Badenstedt

      und Umgebung