Badenstedter Königin der Lüfte

Elly Beinhorn war das einzige Kind des Kaufmanns Henry Beinhorn, der ein Hutgeschäft in Hannover führte, und seiner Frau Auguste Boit.In ihren Autobiografien beschrieb Beinhorn später den Umstand, ein Einzelkind gewesen zu sein, als Ursprung ihres Wunsches nach einer Fliegerkarriere. Dass sie in der beengten Großstadt Hannover aufwuchs, trug nach ihrer Aussage ebenfalls wesentlich dazu bei.Ihre Kindheit verbrachte Beinhorn in einer behüteten, bürgerlichen Umgebung in Badenstedt. Sie wohnte mit ihren Eltern in der Badenstedter Str. 271 . Heute steht dort ein Textilgeschäft.

Sie besuchte zunächst die Stadttöchterschule, dann das Schillerlyzeum in Hannover. Dort erreichte sie die Primaner-Jahrgangsstufe, ging jedoch vor dem Abitur ab.

Nach dem Ende der Schulzeit blieben Beinhorns Zukunftspläne zunächst vage, jedoch zog es sie bereits in die Ferne. Als Sechzehnjährige bewarb sie sich ohne Erfolg beim Tierpark Hagenbeck und der UFA, um an Tierfang- bzw. Filmexpeditionen teilzunehmen. Im Herbst 1928 besuchte sie einen Vortrag des Fliegers Hermann Köhl, der von seiner Nonstop-Überquerung des Nordatlantiks berichtete. Daraufhin fasste Beinhorn den Entschluss, Fliegerin zu werden. Am nächsten Tag bat sie beim Hannoverschen Aeroclub darum, als Flugschülerin angenommen zu werden. Club-Präsident Homburg lehnte jedoch ab, da er weiblichen Piloten keine beruflichen Erfolgschancen ausrechnete.

Daraufhin bewarb sich Beinhorn bei der Deutschen Luftfahrt GmbH in Berlin und wurde trotz ähnlicher Bedenken schließlich angenommen. Die 2000 Reichsmark Ausbildungsgebühren bezahlte sie von ihren Ersparnissen und trat gegen den Widerstand ihrer Eltern die Ausbildung an. Sie verließ mit 21 Jahren ihr Elternhaus und zog in ein Zimmer in Spandau. Der Flugunterricht fand auf dem Flugplatz Berlin-Staaken statt. Ihr Fluglehrer war Otto Rudolf Thomsen (14. April 1895 bis 14. September 1960), der auch Hanna Reitsch und Wernher von Braun unterrichtete. Am 2. November 1928 saß Beinhorn erstmals am Steuerknüppel eines Flugzeuges, einer Klemm L 20. Diesen ersten Flug beschrieb sie später als nicht sehr beeindruckend, im Gegensatz zu ihrem ersten Alleinflug einige Wochen später, der ihr das Tor zu einer „neu geschenkten Welt“ eröffnet habe.

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