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Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz

aus Wikipedia

An das Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz können sich noch einige Bewohner von Körtingsdorf erinnern, denn in dessen Baracken viele von ihnen groß geworden sind. Die Baufirma Stöhr hatte dort nach dem Krieg Maurer und Bauarbeiter vor allem aus den ehemaligen Ostgebieten einquartiert. In der Nachbarschaft sprach man daher vom „Lager Stöhr“.

 

 

Das Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz in Hannover war ein zur Zeit des Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkrieges eingerichtetes Zwangsarbeiterlager. Das nach der Deutsche Arbeitsfront (DAF) benannte Lager im Bornumer Holz wurde auch als "DAF-Lager Bornumer Holz"[1] und englisch als DAF-Gemeinschaftslager, Camp 4, Bornumer Holz, Hannover-Koertingsdorf bezeichnet.[2] In dem Gemeinschaftslager "für französische, italienische, polnische und sowjetische ZwangsarbeiterInnen" – Teil der Lagergemeinschaft Hannover und unter der Adresse Auf der Kuhbühre betrieben,[3] das damals noch zu Körtingsdorf | gehörte[4] – wurden bis zu 3250 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen untergebracht.[2][5]

Dort "wohnte" auch der am 31. Oktober 1919 in der Tschechoslowakei geborene und nach dem Ersten Weltkrieg mit seiner Familie nach Troyes in Frankreich emigrierte Jean Fürst. Er war gelernter Textilarbeiter und wurde nach der Besatzung seiner Wahlheimat durch die Wehrmacht nach Hannover verschleppt, um dort für die Hanomag zu arbeiten. Er wurde im DAF-Lager Bornumer Holz untergebracht. Nach dem Hanomag Barackenlager | Schlorumpfsweg wurde er ab dem 25. Februar 1943 in der Lagergemeinschaft Auf der Kuhbühre untergebracht.[1]

In der Hanomag lernte Jean Fürst den ebenfalls dort tätigen heimlichen Widerstandskämpfer Karl Nasemann kennen, dem er unter anderem beim Bau von Nasemanns Schrebergarten-Haus in der Kleingarten-Kolonie Rabenhorst Hälfte. Jean Fürst erhielt von seinem Vater aus Frankreich Konservendosen zugesandt, in denen kleine Mitteilungen verborgen waren, darunter die, "daß am 25. Juli 1943 etwas Besonderes passieren würde." Tatsächlich wurde an jenem Tag Mussolini in Sizilien gestürzt und verhaftet und in Hannover erfolgte der erste große Tagesangriff durch amerikanische Bomber. Als den französischen Fremdarbeitern im selben Jahr 1943 ein kurzer Heimaturlaub gewährt wurde, nutzte Jean Fürst die Gelegenheit zum Abtauchen. Die französische Untergrundbewegung versteckte ihn vor der "mit den Deutschen kollaborierenden Vichy-Polizei."[1]

In der unmittelbaren Nachkriegszeit unter der Britische Militärregierung wurden im Juni 1945 unter den 93 "amtlichen" Ausländer-Lagern, zu denen auch das Bornumer Holz benannte gehörte, noch 1092 Vertriebene (DP) gezählt.[6]

 

 

Hier die ganze Geschichte, aufgearbeitet von Jürgen Schumacher (link zur PDF einschließlich der Einzelnachweise)

 

 

 

Hier nun weitere Infos anhand von Plänen:

Zuerst noch einmal ein aktuelleres Bild aus Google Earth, in dem die Lage des Arbeitslagers noch mal deutlicher wird als aus dem alten Plan oben. 

 Nun verfügen wir über den Plan der Dezember 1942 erstellt wurde und aus dem die Lage der Häuser und Baracken zu   erkennen sind. In diesen Gebäuden sollen bis zu 3250 Zwangsarbeiter untergebracht worden sein. Wie mögen die     Menschen da wohl zusammengefercht worden sein. Welches Gebäude welche Funktion hatte wissen wir noch nicht.

 

 Von den dargestellten Lagerteilen erscheinen uns zwei Gebäude von der Lage her interessant zu sein. Wir haben die     beiden Gebäude rot und blau markiert.

  Und dann versucht die beiden Pläne übereinander zu legen. Dabei scheint es möglich, dass  später auf den     Fundamenten dieser Gebäude ein Kindergarten erbaut wurde. Da ist noch klärungsbedarf in den Bauakten des     Kindergartens.

 Zwischenzeitlich sind diese Gebäude abgerissen worden und es entsteht dort ein neuer Kindergarten.

 Auf die Frage, wie es dort nun aussieht, hier ein Bild von der Baustelle.

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